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70 Jahre Israel 1948 bis 2018

Welcome to Jerusalem. Eine besondere Woche (09. bis 16. Mai 2018) in Jerusalem zu einer besonderen Zeit. Die vielen Menschen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen, die Touristen und Reisegruppen aus so vielen Ländern dieser Welt sind beeindruckend.

70 Jahre Israel 1948 bis 2018Beeindruckend ist auch die Altstadt von Jerusalem mit dem jüdischen, dem aramäischen, dem christlichen und dem arabischen Bereich, die heiligen Stätten und Sehenswürdigkeiten von Jahren und Jahrtausenden, die Gerüche in den Gassen und auf dem Markt, die unterschiedlichen Begegnungen mit jungen und alten Menschen, mit geschäftstüchtigen Händlern, freudigen Feiernden, hilfsbereiten Einheimischen, singenden Pilgern und interessierten Touristen.

Kongress March of the Nations – From the Holocaust to New Life
Gemeinsam mit Janusz Kling aus Polen, der beim Marsch des Lebens Schwäbisch Hall 2015 seine bewegende Familiengeschichte mit uns teilte erlebten wir bewegende Tage mit vielen internationalen Rednern und Gästen, dem Ehren von Holocaust-Überlebenden, Konzerten, dem Musical „Exodus 1947“, wegweisende Seminare, und natürlich ganz viele ermutigende persönliche Begegnungen. Da war der Marsch der Nationen durch Jerusalem vom Sacher Park – in der Nähe zur Knesset - zum Mount Zion – ganz nah der Altstadt - mit ca. 6.000 Teilnehmern aus ca. 50 Nationen. Mit mehr als 1.500 Holocaustüberlebenden auf der Abschlussveranstaltung. „70 Jahre Israel – vom Holocaust zu neuem Leben“ stand auf dem Banner am Anfang des Marsches. Unbeschreibliche, ansteckende Freude bei Teilnehmern und Zuschauern. ´AM YISRAEL CHAI´ oder ´SHALOM ISRAEL` hallte durch die Straßen. Ein Wunder Gottes: Feiern, während unzählige Raketen auf Israel gerichtet sind lässt mich an einen Vers aus Psalm 23 denken: „Du ´lädst mich ein und` deckst mir den Tisch selbst vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, ´um mich zu ehren`, und füllst meinen Becher bis zum Überfließen“ (NGÜ). Auch dachte ich an die Worte von Shaya Ben Yehuda, Direktor für Internationale Beziehungen von Yad Vashem, der sich dafür einsetzt, dass Christen und Juden gemeinsam gegen Antisemitismus kämpfen und aus der Geschichte lernen. Stand ich doch 2015 mit unseren Kindern in Yad Vashem im Tal der Gemeinden wo auch Schwäbisch Hall eindrucksvoll mit der Auslöschung jüdischen Lebens dokumentiert ist. ´AM YISRAEL CHAI´ bedeutet es nicht auch die Nachfahren Abrahams sind ein Segen für die Völker und ein Licht für die Welt. Dem stimme ich mit der abgegebenen Erklärung vom Marsch der Nationen, Jerusalem 2018 zu.

Jerusalemtag 2018
Unvergesslich sind die vielen Schüler und Jugendlichen, die mit großer Freude und Gesang durch die Straßen zur Kotel (כותל) (kurz für ha-kotel ha-ma'arawi, Klagemauer, The Western Wall) jubelten. War doch ab 12. Mai abends Jerusalemtag. Und dann performte auch noch Netta mit dem Gewinnerhit "Toy" für Israel. Was für überwältigende Eindrücke. Die feiernden Stimmen verstummten erst kurz vor Sonnenaufgang.

Davidszitadelle
Unvergesslich bleiben die archäologischen Schätze und historischen Funde aus der Davidszitadelle (Museum der Geschichte Jerusalems) in der Nähe vom Jaffator.

Old City of David
Oder die Zeitreise ins alte Jerusalem – Die Davidsstadt (Nationalpark Stadtmauern Jerusalems) – südlich des Tempelbergs außerhalb der heutigen Altstadtmauern. Am Eingang eine große Harfe die mich gleich an die Davids Psalmen in der Bibel erinnert. „So wie Jerusalem von schützenden Bergen umgeben ist, so umgibt der Herr sein Volk, jetzt und für alle Zeit.“ Psalm 125:2. Hier regierten David und Salomo, hier sprachen die Propheten Jesaja und Jeremia. Ich stehe auf der wichtigsten archäologischen Fundstelle des biblischen Jerusalems. Hier gleich am Eingang die Überreste von Davids Palast? Ich kann es nicht fassen! „Und Hiram, der König von Tyrus, sandte Boten zu David und Zedernholz und Zimmerleute und Mauerleute; die bauten David ein Haus.“ 2. Samuel 5:11. Vor 3.000 Jahren eroberte König David die kleine Jebusitersiedlung und machte sie zu seiner Hauptstadt. In der Bibel wird Jerusalem erstmals als „Shalem“, Stadt Melchizedeks (Genesis 14) erwähnt. Weiter geht es zur Gichonquelle. Ein unterirdischer Geheimgang führt zum großen Becken, das kanaanitische Bewohner im 18. Jhd v. Christus aus dem Fels hauten. Das Wasserversorgungssystem ist auch in der Bibel dokumentiert: „Aber David nahm die Burg Zion ein; das ist die Stadt Davids. Und David sprach an jenem Tag: Wer die Jebusiter schlägt und die Wasserleitung erreicht …“ 2. Samuel 5:6-8 Später ließ König Hiskia von Judäa - von beiden Seiten gleichzeitig – einen Wassertunnel durch den Fels treiben und leitete so den Gichon zum Siloah-Becken um. „Was aber mehr von Hiskia zu sagen ist, und alle seine großen Taten, und wie er den Teich und die Wasserleitung erbaute und das Wasser in die Stadt leitete, ist das nicht aufgezeichnet im Buch der Chronik der Könige von Juda“ 2. Könige 20:20. Unvergesslich bleibt mir auch diese Zeit in Hisikas Wassertunnel. Das Wasser war meistens nur bis 10 cm hoch (außer am Beginn und Ende des Tunnels) und im Schulterbreiten Tunnel war es echt finster. Wie haben die den 533 m langen Tunnel zum Shiloah-Becken bloß so hinbekommen? Das Shiloah-Becken wird auch genannt als Jesus einen Blinden heilt. „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. «Nachdem Jesus seinen Jüngern diese Antwort gegeben hatte, spuckte er auf den Boden und machte aus ´Erde und` Speichel einen Brei, den er dem Blinden auf die Augen strich. Dann befahl er ihm: »Geh zum Teich Schiloach und wasch dir das Gesicht!« (Schiloach bedeutet »Gesandter«.) Der Mann ging dorthin und wusch sich das Gesicht. Und als er von dort wegging, konnte er sehen.“ Johannes 9:5-7.

Tunnel Western Wall
Unvergesslich bleibt auch der Besuch des Tunnels der Western Wall des Tempelbergs. Ich stehe unterirdisch vor einem der großartigsten und bedeutendsten Überreste in Jerusalem seit den Tagen des Zweiten Tempels, der vor etwa 2000 Jahren zerstört wurde.

(ca. 955 v.Chr. wird der erste jüdische Tempel von König Salomo gebaut. 2. Chronik 3:1 „Salomo begann, das Haus des HERRN in Jerusalem auf dem Berg Morija zu bauen, wo der HERR seinem Vater David erschienen war, an der Stätte, die David bestimmt hatte, auf der Tenne des Jebusiters Arauna.“ Dieser Tempel wurde, wie die gesamte Stadt Jerusalem, bei der Eroberung durch die Babylonier unter Nebukadnezar II. 586 v. Chr. zerstört. Nach dem babylonischen Exil wurde dann in Jerusalem ein zweiter Tempel erbaut, nach biblischer Darstellung während der Herrschaft des persischen Königs Dareios I. Dieser Tempel wurde ab 21 v. Chr. unter Herodes dem Großen grundlegend umgebaut und erweitert und schließlich durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. zerstört.)

Quadersteine noch nie gesehenen Ausmaßes lassen mich an die Geschichte der jüdischen Nation denken. Eine Nation der Hochkulturen. Wie konnten sie diese riesigen Steine so genau bearbeiten und platzieren? Die Western Wall erstreckt sich über fast einen halben Kilometer, aber heute ist der für alle sichtbare Teil des Western Wall Plaza nur 70 Meter hoch. Wir durchqueren uralte und faszinierende unterirdische Räume mit exquisiten archäologischen Funden, wie große Steinbögen, Wassergruben, ein altes Wasseraquädukt, das am Stroution Pool endet und vieles mehr.

geschrieben von Lutz Huschmann am 29.05.2018 um 13:44 Uhr.


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